Dieter Becken gründete sein Unternehmen nach dem Abschluss einer Maurerlehre und einem Studium der Architektur und Ingenieur-wissenschaft in Hamburg und Hannover. Er spezialisierte das Unternehmen schnell auf die Investition, Entwicklung, Realisierung und das Management von Gewerbe- und Wohnobjekten in Hamburg. 2006 verkaufte er sein Immobilienportfolio an einen amerikanischen Finanzinvestor und formte die heutige Holding-Struktur.

Was wir
tun,
tun wir
gemeinsam

Ein Interview
mit
Dieter Becken,
Geschäftsführender
Gesellschafter,
und
Stefan Spilker,
Geschäftsführer
der Becken Holding

Stefan Spilker wechselte 2011 in die Führung der Becken Unternehmensgruppe. Neben seiner Position als Geschäftsführer der  Becken Holding übernahm er im Januar 2019 zusätzlich die Geschäftsführung der Becken Estates. Seine Stationen nach dem Studium der Betriebs-wirtschaftslehre und Immobilienökonomie waren die HypoVereinsbank, Hochtief Projektentwicklung und Morgan Stanley/Argoneo Real Estate. 

 

»Unter dem Dach der
Holding formiert sich
das gesamte Know-how.
Hier werden die Strate-
gien und Visionen für
die Zukunft entwickelt.«

Dieter Becken

Herr Becken, Herr Spilker, bevor wir über die Zukunft sprechen, ein Blick in die Becken-Historie, die ja weit in die Gegenwart reicht.

DB | Das ist vollkommen richtig. Denn nicht zuletzt ist die Vergangenheit auch die Grundlage für die Gegenwart und die Voraussetzung für die Zukunft. Mehr als 40 Jahre Immobiliengeschichte haben mich als Unternehmer und auch mein Unternehmen geprägt. Die Werte unseres Unternehmens haben sich über die Jahrzehnte gefestigt und sind uns heute Verpflichtung genug, an die nächste Generationen zu denken. Mit dem Verwaltungsrat setze ich für mein Unternehmen einen weiteren fundamentalen Meilenstein in der

SP | Bevor wir auf den Verwaltungsrat eingehen, der das Fortbestehen des Unternehmens Becken weit über die Wirkungszeit von Dieter Becken hinaus sicherstellen wird, dürfen wir durchaus kurz einen Blick auf die Gegenwart und jüngste Vergangenheit unseres Unternehmens werfen. In den letzten beiden Jahren haben wir ein enormes Wachstum erfahren. Niederlassungen in Berlin, Frankfurt am Main und München eröffnet. Die Anzahl unserer Mitarbeiter fast verdoppelt und unsere Projektpipeline für die zukünftigen drei Jahre auf gut 1,5 Milliarden Euro ausgebaut. Wir realisieren unter anderem Büro- und Wohnimmobilienprojekte in den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München sowie in deren umliegenden Wachstumsregionen.

Das klingt nach einem rasanten Wachstum. Wie werden Sie strukturell dieser Herausforderung gerecht?

DB | Mit der seit 2006 etablierten Holding-Struktur haben wir die entscheidende Voraussetzung für jegliches Wachstum geschaffen.
Unter dem starken Dach der Holding wirken die einzelnen Unternehmens-bereiche als Expertenteams weitgehend selbstständig und sind gleichzeitig miteinander vernetzt.

SP | Mit dieser Holding arbeiten wir wie ein Konzern und sind und bleiben doch ein schlagkräftiges Familienunternehmen mit all seinen Verantwortungen. Eine wichtige strukturelle Neuausrichtung ist 2019 der bereits erwähnte Verwaltungsrat, welcher der Holding beigeordnet sein wird. Ein Aufsichts- und Kontrollorgan ausgewählter Familienmitglieder und externer Sachverständiger für den Bereich Immobilien und Finanzierung.

Könnte man sagen, in der Holding entwickeln Sie die Strategien und Visionen Ihres Unternehmens?

DB | Unter dem Dach der Holding formiert sich das gesamte Know-how. Hier werden tatsächlich die Strategien und Visionen für die Zukunft entwickelt, denn die Zukunft liegt jenseits des Horizonts.

SP | Wir sind darauf vorbereitet, Grenzen zu überwinden und auch unter der Führung der nächsten Generation herausfordernde Ziele anzustreben. Dabei geht es uns nicht nur darum, mehr zu bauen, sondern intelligenter zu bauen. Dabei spielt Teamwork eine wichtige Rolle. Niemand baut ein Haus allein. Es ist uns bei jeder Immobilienentwicklung ein Anliegen, dass alle Projektbeteiligten sich mit ihrer Aufgabe und dem Unternehmen identifizieren, und somit zu einem großen Team zusammenwachsen.

DB | Die drängenden Themen unserer Zeit sind die Schaffung von Wohnraum in den Ballungszentren und der Klimaschutz. Dem können wir uns nur gemeinsam stellen. Und schaffen somit Raum zum Arbeiten, zum Wohnen, zum Atmen – Gebäude, die Lebens- und Arbeitsräume für Menschen sind.

Wie würden Sie Ihre Kernkompetenz beschreiben?

DB | Analysen auswerten, Entscheidungen treffen: Bei uns liegt die Immobilienexpertise in der DNA. Becken steht
für 360 Grad unverwüstliche Immobilienkompetenz.

Ist das Ihre Unternehmensphilosophie?

DB | Man könnte sagen, das ist unser Markenkern, das ist unsere Unternehmensidentität.

Wir glauben daran, dass Wiedererkennbarkeit in unserer schnelllebigen, von Konsum geprägten Gesellschaft von enormer Wichtigkeit ist. So können viele Produkte zum Beispiel auf den ersten Blick einer Marke zugeordnet werden. Bei Immobilien ist dies jedoch nicht so häufig der Fall. Wir setzen alles daran, bei unseren Projekten Alleinstellungsmerkmale zu etablieren und alles, was wir tun, tun wir mit dem Anspruch, auch unsere Dachmarke zu stärken. All das zahlt auf unsere Unternehmensidentität ein.

Sie sprechen von Alleinstellungsmerkmalen Ihrer Projekte. Was genau meinen Sie damit?

SP | Häufig, bereits kurz nach dem Ankauf eines Grundstücks oder eines Bestandsobjektes, beginnen wir mit unserer umfänglichen Analyse. Wir recherchieren und erheben relevante Daten zur Lage, Infrastruktur,
zu Benchmark-Produkten national und international, zu Konjunkturdaten und vieles mehr, um es in den Kontext zur Produktentwicklung zu bringen und eine detaillierte Zielgruppenanalyse zu erstellen. Dies bildet für uns die Grundvoraussetzung für die Erhebung des USP und die Bildung der Identität, welche eine maßgeschneiderte Markenentwicklung für eine jede Projekt- bzw. Objektentwicklung zulässt.

DB | Genauso professionell wie wir Marken für unsere Projekte bilden, machen wir unsere Projektentwicklungsarbeit. Für uns kommt Leistung immer vor Kommunikation.

SP | Nicht zuletzt, weil wir uns der Verantwortung bewusst sind, dass Architektur einer Stadt ihren Charakter verleiht und wir mit jeder realisierten Immobilie das Stadtbild prägen – und zwar für die nächsten 50, vielleicht 100 Jahre. Oder länger.

»Wir arbeiten wie ein
Konzern und bleiben
doch ein schlag-
kräftiges, flexibles
Familienunter
nehmen.«

Stefan Spilker

Wie bringen Sie all diese Aspekte in Ihrem Unternehmen zusammen?

DB | Mit Transparenz, Grundlage jeder fundierten Meinungsbildung und auch Grundlage unserer Teamarbeit.

SP | Alles Wissen, alle Daten, alle Fakten, die wir erhoben und recherchiert haben, alle Projektdetails, alle Planungsunterlagen, schlichtweg alles, was für eine erfolgreiche Projektentwicklung benötigt wird, teilen wir uneingeschränkt mit allen projektbeteiligten Teammitgliedern.

Wie finanzieren Sie denn all Ihre Projektentwicklungen und Ihre Teams?

DB | Unsere Kapitalstärke versetzt uns in die glückliche Lage, Immobilienprojekte von Anfang an aus eigener Kraft umzusetzen. Dies verleiht uns neben Stärke auch Flexibilität und macht unser Unternehmen für potenzielle Partner attraktiv. Zunehmend nutzen wir unsere mehr als 40-jährige Expertise und profunde Marktkenntnis auch zur Strukturierung verschiedener Immobilienfonds für institutionelle Anleger. Damit lassen sich sowohl Investitionen in Objekte mit Wertsteigerungspotenzial sowie Developments sichern, als auch ein nachhaltiger Immobilienbestand mit dem Ziel langfristiger Ertragserzielung aufbauen.

»Mitte 2019
werden wir
unseren
Verwaltungs-
rat konsti-
tuieren.«

Dieter Becken
Verstehe ich richtig, dass neben Immobilien auch Finanzprodukte zu Ihrer zukünftigen Produktpalette gehören werden?

SP | Absolut. Seit Beginn des Jahres 2018 widmet sich Prof. Dr. Michael Becken dem Aufbau des Geschäftsbereichs Investment- und Fondsmanagement.

DB | Wir waren und bleiben ein agiles Unternehmen – denn niemand sollte sich auf seinen Erfolgen ausruhen.

Ich bedanke mich für das interessante Gespräch.